Trend Audio-Streaming: Die Zukunft der Musik liegt im Netz

Noch vor zwanzig Jahren erkannte man den enthusiastischen Musikliebhaber an einer beeindruckenden Musiksammlung von CDs und Schallplatten, die fein säuberlich sortiert im Regal stand. Der Platz, den diese Musikbibliothek im Wohnzimmer einnahm, war auch optisch beeindruckend. Heute wirkt diese Vorstellung völlig überholt. Nach dem Motto „weniger ist mehr“ zeigt das Musik-Streaming auf, dass nur ein Device benötigt wird, um die ganze Vielfalt der Musik zu nutzen. Jeder kann heute auf ein Musikrepertoire aus einer riesigen Bibliothek zugreifen, das die Kapazitäten eines jeden Plattenladens bei weitem übersteigt. Ausgelagert in einer Cloud stehen Millionen von Songs, Alben und Künstler zur Auswahl. Beim Audiostreaming als „Mietmodell“ wird nahezu jede Musik für den Nutzer zugänglich gemacht, ohne dass die Titel auf einer Festplatte gespeichert werden müssen oder Platz in der Wohnung in Beschlag nehmen. Das Musik-Streaming verändert somit die Hör- und Wohngewohnheiten nachhaltig und revolutioniert die Musikindustrie.

Streaming-Anbieter setzen auf Vielfalt

Audio ist für viele Menschen immer noch der wichtigste Begleiter durch den Tag. „Musik zu hören ist in seiner Beliebtheit ungebrochen und für Jugendliche nach wie vor sogar wichtiger als Internet-, Handy- oder Fernsehnutzung“, meint Mathias Birkel. Besonders Jugendliche setzen dabei auf die Streaming-Variante, um sich mit der passenden Musik zu versorgen. Hier gilt: Die Musiknutzung ist so vielfältig und unterschiedlich wie die Nutzer. Genau dieses Umstands bedienen sich Streaming-Dienste wie Spotify, Deezer, Pandora oder Juke und bieten nicht nur unterschiedliche Nutzungs- bzw. Bezahlmodelle an, sondern setzen neben der riesigen Auswahl an Musiktiteln auch auf individuell angepasste Angebote.

Zum Beispiel werden basierend auf der bisherigen Musikauswahl des Nutzers neue Vorschläge generiert, welcher Künstler oder welche Band auch interessant sein könnten. Auf diese Weise kann durch einen quasi persönlichen Berater Musik entdeckt werden, die ansonsten niemals Einzug in das eigene Repertoire gefunden hätte. Es werden aber auch ganze Playlisten angeboten, die nach bestimmten Genres sortiert sind oder sich für bestimmte Tageszeiten oder Stimmungen eignen. Eine weitere Unterscheidung ist die inhaltliche Ausrichtung der einzelnen Anbieter. Neben der Musikauswahl in unterschiedlichen Tonqualitäten werden auch unterschiedliche Themenschwerpunkte in puncto Videocontent, Podcast und Hörbücher gesetzt. Die Vielfalt der Streaming-Angebote ist also groß und zeigt zugleich schon jetzt das Potenzial eines wachsenden Marktes auf.

Smartphone als Treiber eines wachsenden Marktes

Der Wandel auf dem Musikmarkt durch Streaming-Dienste ist bereits deutlich zu spüren und wird sich in Zukunft weiter forcieren. Die Umsätze mit Musikstreaming können bis zum Jahr 2017 mit 125 Millionen Euro einen Anteil von 18 Prozent an den Gesamtumsätzen mit digitaler Musik erreichen. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 28 Prozent. Besonders der Markteinstieg von Apple mit einem eigenen Streaming-Dienst verdeutlicht, welches Potenzial in diesem Segment vorhanden ist. Treiber des Audio- und Streaming-Angebots wird auch weiterhin die vermehrte Nutzung von mobilen Devices sein. Denn durch das Smartphone oder Tablets sind alle Dienste und Angebote immer und jederzeit verfügbar. Gerade in einer mobilen Gesellschaft strukturieren vernetzte Audiogeräte den Musikkonsum neu und bieten eine Vielfalt, die vorher nicht möglich war. Schließlich haben Nutzer eine riesige Bibliothek in der Tasche und jederzeit Zugriff auf den perfekten Song für jede Situation.

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