Stimmen aus der Audio-Branche: Spotify

Wir mussten ein Produkt entwickeln, das besser als Piraterie ist

Audio ist überall. Uns interessiert, wie die Audio-Branche tickt, was Produkte erfolgreich macht, welches die Trends der Zukunft sind. Deshalb fragen wir bei führenden Audio-Anbietern, Geräteherstellern, Sendern und Diensten nach.

Lesen Sie hier Antworten von Stefan Zilch, Geschäftsführer DACH von Spotify.

  • Auf den Punkt gebracht: Was ist der USP von Spotify?

    Spotify bietet grenzenlosen Zugang zu mehr als 30 Millionen Songs und Hörbüchern – immer, überall und völlig legal. Von unseren Musikexperten zusammengestellte Playlists bieten unseren weltweit mehr als 75 Millionen aktiven Nutzern Musik zu jedem Anlass und jeder Stimmung auf Abruf. Zudem ist mit verschiedenen Features wie der „Dein Mix der Woche“-Playlist oder Spotify Running das Entdecken neuer Musik so einfach wie nie zuvor.

    Mit der werbefinanzierten Spotify Free Version hören Nutzer ihre Musik sogar kostenlos. Mehr als 20 Millionen Nutzer weltweit haben sich bereits für Spotify Premium entschieden. Damit können sie ihre Musik auch offline hören, haben keine Werbung und die Möglichkeit zahlreiche Partner-Apps mit Spotify Integration zu nutzen (z. B. Hurricane Festival, Southside Festival und Shazam). Zudem können sie mit Spotify Connect ihre Lieblingsmusik vom Smartphone oder Tablet nahtlos auf wechselnde Lautsprecher oder Entertainment-Geräte im ganzen Haus streamen. PlayStation Besitzer – egal ob Spotify Free oder Spotify Premium Nutzer – haben sogar die Möglichkeit, ihre Lieblingsmusik direkt während des Spielens über die Konsole zu starten, zu steuern und zu hören.

    Zudem profitieren Spotify Nutzer von zahlreichen weiteren Partnerschaften und Integrationen: Nutzer von den Sport-Apps Nike+ und Runkeeper haben durch die Spotify Integration ihre Lieblingsmusik immer beim Sport dabei, genauso können Träger einer Android Smartwatch mit Android Wear ihre Musik direkt über die Uhr steuern, und durch die Integration in verschiedene Car Entertainment Systeme wie Android Auto und Apple Car ist das Abspielen der Lieblingsmusik direkt im Auto so einfach wie nie zuvor.

  • Was waren die entscheidenden Punkte, die Spotify erfolgreich gemacht haben?

    Als Daniel Ek und Martin Lorentzon die Entwicklung von Spotify 2006 begonnen haben, war vor allem in Schweden die Musikindustrie am Boden. Die Gründer hatten eine Vision: Der Musikpiraterie ein Ende zu setzen. Mit Spotify gab es seit dem Markteintritt in Schweden im Jahr 2008 erstmals ein Produkt, das Musik für jede Person jederzeit kostenlos frei zugänglich machte und damit eine legale Alternative zur Piraterie bot. Der Zeitpunkt passte perfekt, da die Gesellschaft und die Musikindustrie offen für diese Innovation waren. Das Schwierige im Kampf gegen Musikpiraterie ist aber, dass es grundsätzlich ein sehr gutes Produkt ist: kostenfrei, überall verfügbar, kreatives Design mit guter Soundqualität und es gibt jede Musik dieser Welt in nur wenigen Minuten. Wir mussten deshalb von Beginn an ein Produkt entwickeln, das besser als Piraterie ist. Die Qualität des Produkts ist wichtig: Unser höchstes Ziel war und ist es noch immer, das beste Musikerlebnis zu bieten. Und das kommt bei den Nutzern gut an.

  • Was waren die größten Hürden oder Herausforderungen auf dem Weg zum Erfolg?

    Da 2006 noch kein legales Freemium-Modell für Musik Streaming im globalen Musikmarkt existierte, haben wir bei Null begonnen. Daniel Ek und Martin Lorentzon wollten ein Produkt erschaffen, das sowohl die Musikindustrie zufrieden stellt als auch den Nutzern eine tolle Erfahrung bietet. Alle Rechteinhaber mussten von der Idee „Musik-Streaming“ überzeugt werden, insgesamt hat das über zwei Jahre gedauert. Die Nutzer haben unseren Service vom ersten Tag an stark unterstützt. Heute streamen mehr als 70 Prozent der schwedischen Bevölkerung, in Deutschland sind es laut der aktuellen Bitkom-Auswertung mehr als 20 Millionen Menschen.

  • Wie entwickeln sich aus Ihrer Sicht die Gesellschaft und die Bedürfnisse Ihrer Kunden weiter? Welche Trends zeichnen sich Ihrer Meinung nach ab?

    Der Trend hin zu Mobile zeigt sich auch im Bereich Musik-Streaming. Jeder möchte alles überall immer verfügbar haben – mit den Spotify Apps können wir genau das im Entertainment-Bereich bieten. Im Prozess der Mobilisierung zeigen unsere Daten, dass Nutzer immer häufiger personalisierte Produkte wünschen. Bei Spotify können sie nicht nur ihre eigenen Playlists oder Radiostationen anlegen und teilen, sondern bekommen auch individuelle Playlists, die auf ihr Hörverhalten oder für bestimmte Momente wie Joggen oder Lernen zugeschnitten sind. „Dein Mix der Woche“ haben wir erst vor Kurzem gestartet – aber sie ist bereits eine der beliebtesten Spotify Playlists.

  • Stichwort "Innovation": Wie schaffen Sie es angesichts der rasanten technologischen Entwicklungen und der steigenden Angebotsvielfalt, Spotify weiterhin innovativ zu halten?

    Wir hören unseren Nutzern zu und nehmen ihr Feedback ernst. Wir freuen uns, dass wir eine so aktive Spotify Community haben. Hier sagen uns unsere Nutzer, was ihnen gefällt – aber vor allem auch, was ihnen bei Spotify nicht gefällt oder fehlt. Sie haben die Möglichkeit, Ideen, die sie befürworten, in der Community zu kennzeichnen. So sehen wir, welche Innovationen vom Großteil der Nutzer gewünscht sind – und unsere Entwickler beginnen, die Möglichkeiten einer Idee zu prüfen und gegebenenfalls genau dieses Feature zu entwickeln.

    Dazu kommt, dass wir sehr viel testen. In kleinen Beta-Tests rollen wir neue Features an einen kleinen Prozentteil unserer Nutzer aus und passen die Features gemäß ihres Feedbacks an. Dazu beobachten wir täglich, wie unsere Nutzer mit Features und der gesamten App umgehen, um permanent die Usability zu verbessern. Auf HackDays und HackWeeks lassen wir uns zudem von Entwicklern weltweit inspirieren und fördern gelungene Hacks oder integrieren ihre Ideen komplett in unseren Entwicklungsprozess.

  • Aus Ihrer Sicht!

    Audio höre ich am liebsten… auf dem Weg zur Arbeit, denn das ist der einzige Moment am Tag, in dem ich zur Musik abschalten kann, bevor im Büro die Mail- und Anrufflut über mich hereinbricht.

    Am meisten höre ich Audio… über mein Smartphone, weil ich viel unterwegs bin und dadurch immer meine Musik dabei habe – egal wann, egal wo.

    Ich höre lieber mit… Kopfhörern, weil ich so am Arbeitsplatz meine Musik hören kann, ohne die Kollegen um mich herum mit meinem Sound zu stören.

Stefan Zilch

Stefan Zilch

Geschäftsführer DACH, Spotify

Über Spotify

Spotify wurde 2006 in Schweden gegründet und ist heute in 58 Ländern verfügbar. 75 Millionen aktive Nutzer und 20 Millionen Premium-Abonnenten machen Spotify zu einem der führenden Anbieter im Bereich des Musik-Streamings.

www.spotify.com

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