Special „Future Audio 2025“ | Stimmen aus der Audio-Branche: Kick-Media

Im professionellen Bereich geht es nicht ohne professionelle Strukturen

Wie nutzen wir Audio in fünf bis zehn Jahren? Welche Trends setzen sich durch – welche Angebote werden verschwinden? Für unser Special Future Audio 2025 haben wir bei Audio-Experten nachgefragt.

Lesen Sie hier das Interview mit  Eva Kober, Label Leitung Kick-Media Music GmbH.

  • In die Zukunft gedacht: Wie wird die Audionutzung 2020/2025 aussehen?

    Die Audionutzung wird enorm zulegen. Der Grund dafür ist die ständige Ausweitung der Möglichkeiten, akustische Informationen zu konsumieren. Musik ist beispielsweise schon jetzt omnipräsent, weil es die Möglichkeit gibt, Musik über die unterschiedlichsten Endgeräte abzuspielen. Die Cloud-Technologie wird das noch verstärken. Das Smartphone wird auch für ältere Jahrgänge zunehmend zum natürlichen Begleiter. Bei den Jüngeren, den heute Zwölf- bis 24-Jährigen, sind Smartphones bereits jetzt das zentrale Steuerungselement.

  • Welche technologischen Entwicklungen sind bestimmend für die künftige Audionutzung?

    Der Ausbau von öffentliche WiFi-Zonen und Hotspots zum Beispiel an öffentlichen Plätzen wird deutlich steigen. Und in Sachen Vermarktung wird es vielleicht in Kopfhörern Sensoren für die automatische Playlisten-Zuordnung geben. Stichwort: Stimmungs-Targeting.

  • Welche gesellschaftlichen Entwicklungen oder Veränderungen werden Ihrer Meinung nach Einfluss auf die Audionutzung haben?

    Wir leben in einer zunehmend mobilen Welt. Unterwegssein wird für immer mehr Menschen zum Normalzustand. In New York werden mittlerweile sogar schon Wohnungen gebaut, die keine Küche haben, weil man ja ohnehin nicht mehr zu Hause kocht. Vor diesem Hintergrund werden mobile Endgeräte wie Smartphone, Tablet-Computer oder iWatch immer wichtiger. Das führt dazu, dass Musik immer öfter unbewusst konsumiert wird. So werden Musikaufnahmen als Soundtrack für unseren Alltag verwendet. Dabei wird das Musikhören über diverse Endgeräte immer billiger, Musik live zu erleben wird dagegen immer teurer.

  • Welche Vorteile wird das klassische UKW-Radio im Jahr 2020/2025 bieten?

    Wenn Sie mit UKW-Radio lineares Radio meinen, redaktionell geformte Inhalte auf einem professionellen Level anzubieten, dann wird es das weiterhin geben. Ganz egal, ob in Form elektromagnetischer Wellen oder über digitale Übertragungstechnik – Radiosender werden sicherlich auch künftig den Vorteil eines wirklichen Programms bieten. Zum Beispiel in Form einer Musiksendung zu einer Band oder zu einem bestimmten Thema. Der Konsum ist weiterhin anonym, einfach und barrierefrei und ohne Zusatzkosten.

  • Welche Vorteile werden digitale Audioangebote 2020/2025 bieten?

    Da muss man unterscheiden. Webradio ist wie der Name schon sagt, eine Alternative zum klassischen linearen Radio. Das erhöht die Vielfalt. Streaming-Dienste und Music-on-Demand sind aus Anbietersicht vor allem eine weitere Vertriebsmöglichkeit. Das sind alles Möglichkeiten, die bereits heute nutzbar sind. 2020 wird es das weiterhin geben, aber es wird von mehr Menschen genutzt.

  • Vermissen Sie etwas im Bereich der Audionutzung? Fehlen Ihnen Funktionen, Angebote, Möglichkeiten?

    Die Möglichkeit der persönlichen Audio-Sammlung ist kompliziert und derzeit nicht nutzerfreundlich gestaltet. Da ist noch Entwicklungspotenzial für die Anbeiter vorhanden…

  • Können es sich Künstler heutzutage noch erlauben, sich Trends wie Musik-Streaming zu verweigern?

    Sich zu verweigern, ist schwierig. Zum einen fließen die Verkäufe, die über kostenpflichtige Streaming-Dienste angehört werden, in die deutschen Single- und Album-Charts ein. Handelt es sich wiederum um einem Newcomer, der aufgebaut und von möglichst vielen Leuten entdeckt werden soll und dessen Chancen in die Charts zu gelangen zudem eher gering sind, dann sind Streaming-Portale eine weitere wertvolle Promotion-Plattform.

  • Wie sehr hat die Digitalisierung und die damit verbundene Globalität einen Einfluss auf die Vermarktungsmöglichkeiten von Künstlern genommen?

    Die Möglichkeiten sind natürlich gewaltig. Aber die Wirklichkeit, nicht die Möglichkeit, ist entscheidend. Technisch gesehen ist Musik global verfügbar, aber natürlich gibt es gewaltige kulturelle Unterschiede. Es gibt ästhetische Vorlieben usw. All das ist nur ein Grund, warum viele Themen nicht global vermarktbar sind. So kann heutzutage jeder Musiker ohne erhebliche Kosten ein Album selbst produzieren. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass Künstler ohne eine klassische Plattenfirma oder einen sonstigen Partner ihre Musik ausschließlich selbst über ihre eigene Website vertreiben. Soweit die Theorie. Aber in der Realität funktioniert das natürlich in 99,9 Prozent der Fälle nicht. Vermarktung und Vertrieb benötigen immer Netzwerke, Erfahrungen, Kontakte, Know-how und vieles mehr. Die Digitalisierung verändert die Rolle der Plattenfirmen, aber im professionellen Bereich wird es auch in Zukunft nicht ohne professionelle Strukturen gehen.

  • Platte, Kassette, CD, Download, Streaming – Hand aufs Herz: Was war oder ist Ihr Lieblingstonträger?

    Die Schallplatte hat mich mein Leben lang begleitet und ist zu Hause zu jeder Tageszeit mein Lieblingstonträger. Ich mag, dass man Musik auf Schallplatten bewusster hört als beispielsweise beim Streaming. Dazu gehört auch, dass man aufstehen muss, um die Platte umzudrehen. Eine Vinyl-Platte hat eine ungeheure Wertigkeit und eine ganz eigene ästhetische Qualität, die mich fasziniert.

Audionutzung 2025 – Experten privat!

Frau Kober…

Audio höre ich am liebsten _ beim Autofahren oder zu Hause.

Am meisten höre ich Audio _ über CD-Player im Auto und iPhone 6 mit Sennheiser Kopfhörern.

Ich höre lieber _ fokussiert.

Musik kaufe ich aktuell _ CD: 30%, Vinyl: 30%, Download: 40%.

Meinen letzten Musik-Download _ habe ich vor ca. zwei Wochen bezahlt.

Meine letzte CD _ habe ich vor einer Woche gekauft.

Meine letzte Schallplatte _ habe ich vor ca. einem Monat gekauft.

Eva Kober

Eva Kober

Label Leitung Kick-Media Music GmbH

Die Kick-Media AG verfügt seit 2015 über ein eigenes Musiklabel: Kick-Media Music. Das Label veröffentlicht vor allem Mainstream-Pop. Das integrierte Sublabel „Peng!“ konzentriert sich auf „Musik mit Ecken und Kanten“. Zur Promotion steht mit Position Public Relations die hauseigene Full-Service-Agentur zur Seite. Der ebenfalls zur Kick-Media AG gehörende Albatross Musikverlag unterstützt Musiker in allen kreativen, administrativen und rechtlichen Belangen.

www.kick-media.de

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