Stimmen aus der Audio-Branche: egoFM

Radiosender brauchen gute und einfache Lösungen

Audio ist überall. Uns interessiert, wie die Audio-Branche tickt, was Produkte erfolgreich macht, welches die Trends der Zukunft sind. Deshalb fragen wir bei führenden Audio-Anbietern, Geräteherstellern, Sendern und Diensten nach.

Lesen Sie hier Antworten von Philipp von Martius, Geschäftsführer egoFM und der STUDIO GONG GmbH & Co. Studiobetriebs KG.

Lesen Sie außerdem Philipp von Martius‘ Meinung zur zukünftigen Nutzung von Audio.

  • Webradio-Angebote und Streaming-Dienste gewinnen rasant an Beliebtheit. Wie bzw. mit welchen eigenen Angeboten reagieren Sie auf diesen Trend?

    Indem wir zunächst einmal unsere Stärken weiter ausbauen: egoFM hat für seine Hörer eine klare Navigationsfunktion für das Entdecken neuer, spannender Musik jenseits des Mainstreams – und durchaus auch eine Orientierungsfunktion für die weitere Entwicklung des eigenen, persönlichen Musikgeschmacks. Viele Hörer nutzen uns als täglichen Ideengeber für ihren Streamingdienste-Konsum, mit dem sie vornehmlich ihre Tonträger ersetzen. Dazu brauchen wir bei egoFM jeden Tag aufs Neue gute Ideen für eine einfallsreiche Musikrecherche, für überzeugende Überraschungen und Ungewohntes jenseits von Hörgewohnheiten im Programm und viel Empathie bei unseren Moderatoren für ihre Musik und ihren Hörern.

    Zusätzlich bauen wir unser Musikangebot durch zusätzliche Web-Channels, die alle auch das egoFM-Markenversprechen qualitativ guter Musik erfüllen, weiter aus. Bei diesen Channels haben wir uns vorgenommen, dass wir sie zudem schrittweise auch mit einem jeweils sehr eigenen „Charakter“ und „Attitude“ gestalten werden – und dafür braucht es auch wieder viel professionelle Kreativität…

  • Was sind dabei die größten Herausforderungen für einen Radiosender?

    Die Nutzung von Radio läuft zwar nach wie vor vorrangig über UKW – dennoch mischen sich die Nutzungswege bei den Hörern immer mehr. Das gilt natürlich besonders bei den Hörern von egoFM, die sicherlich überdurchschnittlich hoch technikaffin und vor allem „audiophil“ sind. Und damit stellt sich auch für egoFM und seine Web-Streams die Frage der möglichst einfachen Auffindbarkeit in den Weiten des Web-Universums: Als Radiosender sind wir es an sich ja gewohnt, kinderleicht im klassischen Radiogerät gefunden und dann auch entgeltfrei gehört zu werden. Das ist in der Webwelt mit ihren vielen unterschiedlich gestrickten Aggregatoren-Zugängen und den unterschiedlichen „Mautstellen“ für die Hörer nicht mehr ganz so einfach. Dafür brauchen die Radiosender gute und einfache Lösungen, auch im Hinblick auf eine tatsächliche Netzneutralität.

  • Inwiefern hat sich die Programmgestaltung in den vergangenen Jahren verändert? Und wie wird sie sich Ihrer Ansicht nach fortsetzen?

    Das Programm von egoFM ist an sich ja schon selbst eine Reaktion auf die sich durch die Webnutzung veränderten Programmgestaltung: Während die klassischen Radios – öffentlich rechtlich wie privat – in ihrer formatierten Programmgestaltung die unterschiedlichen Vorlieben und Interessen vieler Zielgruppen so ausbalancieren, dass sie „mainstreamig“ möglichst viele Hörer gleichzeitig erreichen, so fokussiert sich egoFM seit seinem Sendestart Ende 2008 von vornherein auf die Zielgruppe der „urbanen Individualisten“. Damit werden wir nie Gesamtmarktführer sein, aber in dieser einen, besonders spannenden Zielgruppe wächst egoFM seitdem mit großem Schwung. Es geht zunehmend um eine möglichst direkte und authentische Ansprache, die einen Sender für seine Hörer relevant macht – und genau in diesem Sinne wollen wir die Marke egoFM mit ihrem Radioprogramm und ihren Web-Channels auch weiter entwickeln.

  • Wie entwickeln sich aus Ihrer Sicht die Bedürfnisse Ihrer Hörer weiter? Wo sehen Sie künftig die größten Chancen für Radio?

    Zwei Stärken des Radios werden auch in Zukunft für Hörer attraktiv sein: Möglichst einfache Nutzung nebenbei (Convenience), so dass man ohne Schwierigkeiten andere Dinge gleichzeitig machen kann. Und: das Community-Gefühl, dass es da draußen viele andere, möglicherweise Gleichgesinnte gibt, die aber zugleich für den Einzelnen nicht aufdringlich sind. Diese beiden „Klassiker“ der Radionutzung überzeugend mit dem wachsenden Bedürfnis der Hörer nach individueller Kommunikation zusammen zu bringen, das wird künftig vermutlich noch wichtiger werden.

    Diese Herausforderung gehen wir mit dem Leitmotiv „egoFM – endlich unter uns“ im Radioprogramm egoFM, in unseren ego-Web-Channels und in allen umliegenden Kommunikationskanälen von Social Networks bis hin zu unserer TV-Kooperation mit Deluxe Music programmatisch an.

  • Aus Ihrer Sicht!

    Audio höre ich am liebsten… morgens egoFM über das klassische Radio, im Auto ebenfalls (auch viele unterschiedliche Sender, da bin ich neugierig) und abends entweder über Sonos oder richtig schön altmodisch CDs über die gute, alte Stereo-Anlage… – also eigentlich immer. Streamingdienste probiere ich ab und zu aus, ohne sie dauerhaft zu nutzen.

    Am meisten höre ich Audio… über Radio, Sonos, die Stereoanlage, iPad mit Beats Pill und die egoFM-App.

    Ich höre lieber mit… Boxen, ganz klar – Kopfhörer habe ich immer schon als geringe Form von Autismus empfunden…

Philipp von Martius

Philipp von Martius

Geschäftsführer egoFM

Über egoFM

Neugierig, neuartig und überraschend, und so ganz anders als die formatierten Radioangebote: egoFM sendet seit 2008 in Bayerns fünf Ballungsräumen und seit 2016 auch in Stuttgart ein Programm für urbane Individualisten. Jenseits der Rezepte von formatierten Radios schaffen es egoFM und die ego-Substreams auch bundesweit, eine aktive, gut verdienende und konsumaufgeschlossene Zielgruppe für Radio zu begeistern. An egoFM ist die STUDIO GONG Gruppe beteiligt wie auch an rund 30 weiteren Radiosendern in Deutschland. Zusätzlich ist STUDIO GONG auch als überregionaler Hörfunkvermarkter tätig.

www.egofm.de

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  1. […] Lesen Sie hier das zweite Interview mit  Philipp von Martius, Geschäftsführer egoFM und der STUDIO GONG GmbH & Co. Studiobetriebs KG. Zum ersten geht es hier entlang. […]

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